„Ehrlich sein“
Eng verknüpft mit dem „los-lassen“ ist das „ehrlich sein zu sich selbst“. Denn wir alle sind Weltmeister darin, uns selbst zu belügen. Ob in Bezug auf die persönliche Bedeutung von Macht, Geld, Auto, Haus oder sonstigen Statussymbolen. In Bezug auf eigene Wünsche & Bedürfnisse.
„Wie geht es Dir?“
Wir lügen auch im Alltag. Wer von uns hält kurz inne und fühlt „in sich hinein“, wenn ein Nachbar, eine Freundin, ein Kollege fragt: „Wie geht es Dir?“ Üblicherweise kommt als Antwort eine Phrase, ein „Danke, gut. Und Dir?“ Und schon wieder ist das Momentum vorbei, kurz innezuhalten und sich selbst zu fragen: „Sag’ mal, wie geht es Dir eigentlich wirklich?“
Wenn wir kleine Kinder sind, orientieren wir uns an unseren Eltern. Und dann? „Papa sagt, Lehrer sagt, Ausbilder sagt, Professor sagt, Arbeitgeber sagt, Kunde sagt.“ Viele von uns übernehmen ungefragt über Jahre, ja Jahrzehnte Aussagen, Meinungen und Haltungen anderer, ohne sie jemals zu hinterfragen.
Bei bestimmten Aussagen meines Vaters regte sich bei mir schon im Alter von 12-14 Jahren
innerlich Widerspruch. Und sicherlich trägt mein Sternzeichen „Widder“ zu Rebellion in der Schule und kritischem Hinterfragen ein. Meinen vier Kindern habe ich schon sehr früh deutlich gemacht:
„Das ist meine Meinung dazu, meine Haltung. Vorsicht damit, diese einfach so in der Schule herauszuposaunen. Denn sie entspricht eher einer Minderheit.“
Solche Vorbilder regen Kinder an, über Haltungen & Meinungen nachzudenken. Zu reden. „Einfache Diskussionen“ am heimatlichen Esstisch gibt es bei uns nicht – selber Schuld 🙂 …
Wir alle sind Menschen. Wir wollen gesehen, gehört, für wahr genommen werde. Zur Wahrheit gehört, sich diese Bedürfnisse auch selbst einzugestehen!
